Mittelstand - schwerer Stand?


Konrad Pochhammer Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt

Aktuelle Konjunkturumfragen des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft (BvmW) zeigen einen deutlichen Trend auf. Der Mittelstand in Deutschland boomt und diese Entwicklung setzt sich trotz der aktuellen Bankenkrise und nervöser Börsen fort. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bestätigte, dass sich auch in 2007 die Umsatz- und Ertragssteigerungen aus 2006 fortsetzen. Selbst die Stimmung und die gegenwärtige Geschäftslage werden von den Geschäftsführern als "gut" bis "sehr gut"eingestuft.

Das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Verursacht wird diese Entwicklung durch eine anziehende Inlandsnachfrage, aber auch und vor allem durch das stetig wachsende Exportgeschäft. Der optimistische Ausblick der mittelständischen Unternehmen wird auch nicht durch die aktuelle Bankenkrise in den USA getrübt. Der Mittelständler verfügt zurzeit über eine gute Finanzsituation. Noch vor einigen Jahren waren die Banken bei Kreditanfragen zugeknöpft. Heute sprudeln die Gewinne und die Unternehmen stärken damit ihre Eigenmittel. Sie haben gelernt. Der Bedarf an Fremdkapital ist enorm gesunken.

Dennoch liegen dem Mittelstand die Eigenkapitalvorschriften (Basel II) und das Risikomanagement der Europäischen Union im Finanz- und Kreditwesen schwer im Magen. Diese aktuellen Entwicklungen haben für die Praxis mehr Bürokratie gebracht, ohne dass ein nennenswerter zusätzlicher Schutz für unser Bankensystem damit erreicht worden wäre. Während die Mittelständler bis auf die Knochen durchleuchtet werden, verhindern diese Sicherungssysteme aber nicht das Fehlverhalten überforderter Banker. Die Schieflage bei einigen Banken hat schon wieder dazu geführt, dass sich Kredite verteuern und damit die notwendigen Investitionen der Mittelständler erschwert werden.

Auch die aktuelle Unternehmensteuerreform 2008 wird die Finanzierung und das Ausschüttungsverhalten von mittelständischen Unternehmen verändern. Die steuerliche Bevorzugung von thesaurierten Gewinnen führt à la longue bei allen Unternehmen zu einer verstärkten Innenfinanzierung. Der Gesetzgeber sollte nicht vergessen, dass am Ende doch jeder die Früchte seiner Arbeit ernten möchte.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass die derzeit positive konjunkturelle Entwicklung diesmal durch die internationale Finanzwirtschaft und wie gehabt durch die Vorgaben der Politik belastet wird. Für Ihre Fragen zur Finanzierung bzw. der steuerlichen Gestaltung Ihrer zukünftigen Dispositionen stehen wir Ihnen als Ihre Berater stets zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Konrad Pochhammer


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